Archiv der Verletzlichkeit

Wer entscheidet eigentlich, was verletzend gewirkt hat? Manchmal sind es Gerichte, wenn die Wege dorthin offenstehen. Wenn sie es nicht sind, weisen Medien auf das Unrecht hin. Und manchmal versandet es. Nicht, weil die Verletzung nie geschehen wäre, sondern weil die Aufmerksamkeit weiterzieht.

Menschen, die Verletzungen erlebt haben, vergessen sie nicht. Wir möchten ihre Geschichten erzählen. Nicht, um sie auszustellen, sondern um sie zu bewahren. Damit andere daraus lernen können. Damit sichtbar wird: Die meisten sind mit ihren Erfahrungen nicht allein.

Zusammen wollen wir uns – Menschen, Strukturen, Leben, demokratisch ermächtigen. Damit auch verletzte Menschen nicht allein sind.

Was wir sammeln

Erfahrungen aus dem Berliner Alltag. Aus Schulen, Ämtern, Arztpraxen, Wohnungen, auf der Straße. Überall dort, wo Menschen auf Strukturen treffen, und diese Strukturen sie nicht sehen.

Wir fragen zwei Dinge:

Was ist passiert?
Erzähl uns in deinen eigenen Worten. So viel oder so wenig du möchtest. Auf Deutsch oder einer anderen Sprache. Anonym oder mit Namen. Es gibt keine falsche Art zu erzählen.

Wie sähe die Situation für dich aus, wenn sie gut gelöst wäre?
Nicht was realistisch ist – sondern was du dir wünschst. Deine Vorstellung zählt.

Wie wir ordnen

Damit Muster sichtbar werden, ordnen wir die Geschichten – ohne sie zu verändern. Wir schauen: In welchem Lebensbereich ist etwas passiert?

In der Schule. Im Gesundheitssystem. Bei Behörden. Beim Wohnen. In der Familie. Bei der Arbeit. Beim Ankommen in dieser Stadt.

Und wir fragen: Was hat die Situation schwerer gemacht? Fehlende Informationen? Menschen die nicht geholfen haben? Regeln die nicht für alle gemacht wurden? Vorurteile?

Diese Fragen kommen aus einem Werkzeug der Weltgesundheitsorganisation – ursprünglich entwickelt um zu verstehen, was Menschen mit Behinderung im Alltag behindert. Wir nutzen es weil es zeigt: Nicht der Mensch ist das Problem. Die Umgebung ist es.

Was mit deiner Geschichte passiert

Sie landet in unserem Archiv. Physisch und digital. Sicher, anonym wenn du möchtest, und jederzeit löschbar.

Sie kann Muster sichtbar machen. Sie kann anderen helfen die Ähnliches erlebt haben. Sie kann Forschung ermöglichen. Und sie bleibt – auch wenn die Aufmerksamkeit weiterzieht.

Mitmachen

Schreib uns: mitmachen@zde-berlin.de

Oder komm zu unserem Banking – wir kommen zu dir, auf eine Bank in Berlin, und hören zu.

Und klick bald hier um unsere gesammelten Erfahrungen im Archiv zu sehen:

Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG

Joanna Dörr & Dirk Schlegel (n.e.V.)

Rheinstraße 14

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12159 Berlin

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